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VOM "WALKER" ZUM "NAVY"
Die Samuel Colt Story, Teil 2

Der Colt Paterson Revolver fand mehr Beachtung als Samuel Colt nach seinem Konkurs bewusst war. 1845 hatten Texas Rangers und Dragoner mehrmals Kämpfe mit Indianern zu bestehen, bei denen sich privat erworbene Revolver aus Colt's Produktion in kritischen Situationen bewährten. Beim Ausbruch des mexikanisch - amerikanischen Krieges besuchte deshalb Captain Samuel H. Walker Sam Colt, um mit ihm gemeinsam einen neuen, extrem starken Revolver zu konzipieren. Viele Quellen behaupten, dass die Idee der Ladepresse auf Captain Walker zurückgeht. Allerdings kann das so nicht zutreffen, nachdem bereits an einigen späten Paterson-Ausführungen diese Form der Ladepresse zu finden ist.

Wie dem auch sei, diese Erfindung ermöglichte es, den Revolver nachzuladen, ohne ihn zu zerlegen. Wurde der Hebel unter dem Lauf heruntergeklappt, bewegte sich gleichzeitig ein Kolben in die Trommel und konnte so eine vor die Trommel gelegte Kugel in eine Trommelkammer stoßen. Das Konzept des neuen Revolvers wurde akzeptiert, binnen einer Woche bestellte die Army eintausend Stück dieser Waffe, und plötzlich war Colt, der sich seit seinem Konkurs unter anderem gemeinsam mit dem Erfinder Samuel F.B. Morse mit der Entwicklung des Telegraphen beschäftigt hatte, wieder zurück im Waffengeschäft.

Captain Walker fiel im mexikanisch-amerikanischen Krieg, der neue "Colt" wurde nach ihm benannt. Der Colt Walker ist bis heute der schwerste und größte je produzierte Colt-Revolver. Mit neun Zoll langem Lauf, extrem langer Trommel für große Pulverladungen und sechs Kugeln vom Kaliber .44", sehr schwer, selbst von geübten Schützen nur mit Mühe ruhig zu halten und gezielt zu schießen. Ein Detail des Paterson blieb trotz der nun installierten Ladepresse beim Walker und auch bei allen späteren Colt Perkussionsrevolvern erhalten: der mittels eines Keils an der Trommelachse fixierte Lauf. Der Keil konnte mit einem Holzhammer herausgeschlagen, die Laufkonstruktion abgenommen und die leere Trommel gegen eine volle ausgetauscht werden. So ließen sich Colt Modelle relativ schnell nachladen.

Samuel Colt ließ 1.100 Stück des Walker herstellen. Sein mittlerweile ausgeprägter Instinkt für geschäftssteigerndes Kundenservice brachte ihn darauf, an jedem dieser Revolver die Kompaniebezeichnung und die laufende Nummer getrennt am Rahmen, an der Trommel und am hinteren Lauf gravieren zu lassen. Zum Beispiel "A Company No. 1", oder beim zuletzt abgebildeten Colt Walker "D Company No. 69". Einige speziell ausgeführte Sondermodelle gingen an Führungskräfte in der Army.

Der mangels einer eigenen Fabrik im Werk von Eli Whitney gefertigte Colt Walker Revolver war keine problemlose Waffe. Der Rückstoß ließ die mit einer Blattfeder nur schwach verankerte Ladepresse oft nach unten fallen. Schwerwiegender aber war, daß in einigen Fällen die Trommel der großen Treibladung nicht gewachsen war und zerriß. In seinem neu entstandenen Werk in Hartford wollte Samuel Colt eine verbesserte Version des "Walker" prodzieren, den "Colt Dragoon"

Von der allerersten Version wurden nur knapp 250 Stück gefertigt. Der "Whitneyville Hartford Dragoon" ist kaum vom Walker zu unterscheiden. Die Griffschalen hatten die selbe abgerundete Oberkante, lediglich der Lauf war um 1" kürzer, die Trommel um einen halben Zoll, und unter dem Vorderlauf befand sich ein Verriegelungsmechanismus für die Ladepresse. Mit einem Gewicht von etwa 5 Pfund war dieser neue Colt etwas leichter als der Walker.

Ab Ende 1848 lieferte Colt seinen neuen Revolver, den "Dragoon Model 1", aus. Er erhielt eine einfacher zu fertigende rechtwinkelige Form im oberen Griffschalenbereich. Beim kurze Zeit später folgenden Model No. 2 wurden die ovalen Verriegelungskerben der Trommel auf die zuverlässigere rechteckige Form geändert. Die mitte der 1850er Jahre folgende dritte Ausführung des Dragoon erhielt den abgerundeten Abzugsrahmen. Die jeweiligen Modifikationen bewährten sich, und wurden an allen folgenden Colt Perkussionsrevolvern beibehalten. Mit einem 8 Zoll langen Lauf und dem .44 Kaliber des Walker war der Dragoon ein Revolver von für seine Zeit enormer Feuerkraft. Er wurde für das Militär gefertigt, aber auch an Privatpersonen verkauft. Der Dragoon wurde 12 Jahre lang erzeugt, bis er vom Colt Mod. 1860 Army abgelöst wurde.

Aus der Zeit um 1848 dürfte auch die Unterscheidung in "Army" und "Navy" Revolver stammen. Dies hat nichts mit der Gravur auf den Trommeln zu tun, wie fälschlicherweise häufig vermutet und auch publiziert wird, sondern ist eine Bezeichnung für das Kaliber des Revolvers. "Army" steht für .44" cal., "Navy" für .36" cal.. Daher finden sich diese Bezeichnungen ab ca. 1850 auch bei den Revolvern praktisch aller amerikanischen Hersteller.

Der wirklich große Erfolg für Samuel Colt sollte mit den kleineren Revolvermodellen kommen. Gemeinsam mit dem "großen Dragoon" erschien 1848 der Baby Dragoon im Kaliber .31". Das Interesse an diesem "Westentaschen-Revoler" war groß, allerdings wurde die fehlende Ladepresse bemängelt. Samuel Colt reagierte schnell, im Jahr 1849 folgte das fünfschüssige Modell "Pocket" im Kaliber .31", ein kleiner handlicher Revolver der sich gut verbergen ließ. Diese Waffe war so erfolgreich, dass sie bis zur Einführung des Colt SAA 1873 weiterproduziert wurde.

Das selbe gilt für den noch berühmteren Colt 1851 Navy im Kaliber .36". Auch diese Waffe entwickelten sich zum Verkaufsschlager, kleine Verbesserungen wie eine Verriegelung der Ladepresse machten ihn nicht nur handlich sondern auch zuverlässig. Die Waffe war nun nicht mehr nur für das Militär interessant, wo weiterhin großkalibrige Revolver bevorzugt wurden. Auch Behörden und Privatpersonen begannen in der unsicheren, rauen Zeit von Einwanderungsstürmen, Goldrausch und politischer Konfrontation nach mehrschüssigen Faustfeuerwaffen zu fragen. So verließen zwischen 1850 und 1873 insgesamt 257.348 Stück des "Navy" die Colt Werke in Hartford und London.

Einzigartig sind die Colt M1855 Modelle, die auf einem Patent von Sam Colts langjährigem Betriebsleiter Elisha King Root aufgebaut sind und sich von allen anderen Colt Modellen deutlich unterscheiden. Sie sind wenig bekannt, da sie nur in relativ geringen Stückzahlen produziert wurden. Immerhin ist vor einiger Zeit erstmals eine italienische Replik des Model 1855 erschienen. Ansonsten sieht man diesen Revolver nur in Büchern, oder in sehr vollständigen Sammlungen. Der "Root Colt", wie er manchmal auch genannt wurde, war ein sehr kleiner Revolver. Er wurde in den Kalibern .265" und .36" erzeugt, hatte einen geschlossenen Rahmen und ähnlich den frühen Remington Modellen einen rahmenlosen Spornabzug. Hervorstechendstes Merkmal ist aber der an der rechten Seite des Rahmen angebrachte Hahn, der bei Waffen dieser Art äußerst selten vorgefunden wird.

Die Konstruktionen von E.K. Root wurden auch als Flinte und als Gewehr mit gezogenem Lauf im Kaliber .56" erzeugt. Als mehrschüssiges Gewehr erlangte diese erste Waffe von Hiram Berdan's Sharpsshooters einen gewissen Ruhm, obgleich bei der Truppe unbeliebt und bald durch Sharps Gewehre ersetzt.

VOM "WALKER" ZUM "NAVY"
Die Samuel Colt Story, Teil 2

Der Colt Paterson Revolver fand mehr Beachtung als Samuel Colt nach seinem Konkurs bewusst war. 1845 hatten Texas Rangers und Dragoner mehrmals Kämpfe mit Indianern zu bestehen, bei denen sich privat erworbene Revolver aus Colt's Produktion in kritischen Situationen bewährten. Beim Ausbruch des mexikanisch - amerikanischen Krieges besuchte deshalb Captain Samuel H. Walker Sam Colt, um mit ihm gemeinsam einen neuen, extrem starken Revolver zu konzipieren. Viele Quellen behaupten, dass die Idee der Ladepresse auf Captain Walker zurückgeht. Allerdings kann das so nicht zutreffen, nachdem bereits an einigen späten Paterson-Ausführungen diese Form der Ladepresse zu finden ist.

Wie dem auch sei, diese Erfindung ermöglichte es, den Revolver nachzuladen, ohne ihn zu zerlegen. Wurde der Hebel unter dem Lauf heruntergeklappt, bewegte sich gleichzeitig ein Kolben in die Trommel und konnte so eine vor die Trommel gelegte Kugel in eine Trommelkammer stoßen. Das Konzept des neuen Revolvers wurde akzeptiert, binnen einer Woche bestellte die Army eintausend Stück dieser Waffe, und plötzlich war Colt, der sich seit seinem Konkurs unter anderem gemeinsam mit dem Erfinder Samuel F.B. Morse mit der Entwicklung des Telegraphen beschäftigt hatte, wieder zurück im Waffengeschäft.

Captain Walker fiel im mexikanisch-amerikanischen Krieg, der neue "Colt" wurde nach ihm benannt. Der Colt Walker ist bis heute der schwerste und größte je produzierte Colt-Revolver. Mit neun Zoll langem Lauf, extrem langer Trommel für große Pulverladungen und sechs Kugeln vom Kaliber .44", sehr schwer, selbst von geübten Schützen nur mit Mühe ruhig zu halten und gezielt zu schießen. Ein Detail des Paterson blieb trotz der nun installierten Ladepresse beim Walker und auch bei allen späteren Colt Perkussionsrevolvern erhalten: der mittels eines Keils an der Trommelachse fixierte Lauf. Der Keil konnte mit einem Holzhammer herausgeschlagen, die Laufkonstruktion abgenommen und die leere Trommel gegen eine volle ausgetauscht werden. So ließen sich Colt Modelle relativ schnell nachladen.

Samuel Colt ließ 1.100 Stück des Walker herstellen. Sein mittlerweile ausgeprägter Instinkt für geschäftssteigerndes Kundenservice brachte ihn darauf, an jedem dieser Revolver die Kompaniebezeichnung und die laufende Nummer getrennt am Rahmen, an der Trommel und am hinteren Lauf gravieren zu lassen. Zum Beispiel "A Company No. 1", oder beim zuletzt abgebildeten Colt Walker "D Company No. 69". Einige speziell ausgeführte Sondermodelle gingen an Führungskräfte in der Army.

Der mangels einer eigenen Fabrik im Werk von Eli Whitney gefertigte Colt Walker Revolver war keine problemlose Waffe. Der Rückstoß ließ die mit einer Blattfeder nur schwach verankerte Ladepresse oft nach unten fallen. Schwerwiegender aber war, daß in einigen Fällen die Trommel der großen Treibladung nicht gewachsen war und zerriß. In seinem neu entstandenen Werk in Hartford wollte Samuel Colt eine verbesserte Version des "Walker" prodzieren, den "Colt Dragoon"

Von der allerersten Version wurden nur knapp 250 Stück gefertigt. Der "Whitneyville Hartford Dragoon" ist kaum vom Walker zu unterscheiden. Die Griffschalen hatten die selbe abgerundete Oberkante, lediglich der Lauf war um 1" kürzer, die Trommel um einen halben Zoll, und unter dem Vorderlauf befand sich ein Verriegelungsmechanismus für die Ladepresse. Mit einem Gewicht von etwa 5 Pfund war dieser neue Colt etwas leichter als der Walker.

Ab Ende 1848 lieferte Colt seinen neuen Revolver, den "Dragoon Model 1", aus. Er erhielt eine einfacher zu fertigende rechtwinkelige Form im oberen Griffschalenbereich. Beim kurze Zeit später folgenden Model No. 2 wurden die ovalen Verriegelungskerben der Trommel auf die zuverlässigere rechteckige Form geändert. Die mitte der 1850er Jahre folgende dritte Ausführung des Dragoon erhielt den abgerundeten Abzugsrahmen. Die jeweiligen Modifikationen bewährten sich, und wurden an allen folgenden Colt Perkussionsrevolvern beibehalten. Mit einem 8 Zoll langen Lauf und dem .44 Kaliber des Walker war der Dragoon ein Revolver von für seine Zeit enormer Feuerkraft. Er wurde für das Militär gefertigt, aber auch an Privatpersonen verkauft. Der Dragoon wurde 12 Jahre lang erzeugt, bis er vom Colt Mod. 1860 Army abgelöst wurde.

Aus der Zeit um 1848 dürfte auch die Unterscheidung in "Army" und "Navy" Revolver stammen. Dies hat nichts mit der Gravur auf den Trommeln zu tun, wie fälschlicherweise häufig vermutet und auch publiziert wird, sondern ist eine Bezeichnung für das Kaliber des Revolvers. "Army" steht für .44" cal., "Navy" für .36" cal.. Daher finden sich diese Bezeichnungen ab ca. 1850 auch bei den Revolvern praktisch aller amerikanischen Hersteller.

Der wirklich große Erfolg für Samuel Colt sollte mit den kleineren Revolvermodellen kommen. Gemeinsam mit dem "großen Dragoon" erschien 1848 der Baby Dragoon im Kaliber .31". Das Interesse an diesem "Westentaschen-Revoler" war groß, allerdings wurde die fehlende Ladepresse bemängelt. Samuel Colt reagierte schnell, im Jahr 1849 folgte das fünfschüssige Modell "Pocket" im Kaliber .31", ein kleiner handlicher Revolver der sich gut verbergen ließ. Diese Waffe war so erfolgreich, dass sie bis zur Einführung des Colt SAA 1873 weiterproduziert wurde.

Das selbe gilt für den noch berühmteren Colt 1851 Navy im Kaliber .36". Auch diese Waffe entwickelten sich zum Verkaufsschlager, kleine Verbesserungen wie eine Verriegelung der Ladepresse machten ihn nicht nur handlich sondern auch zuverlässig. Die Waffe war nun nicht mehr nur für das Militär interessant, wo weiterhin großkalibrige Revolver bevorzugt wurden. Auch Behörden und Privatpersonen begannen in der unsicheren, rauen Zeit von Einwanderungsstürmen, Goldrausch und politischer Konfrontation nach mehrschüssigen Faustfeuerwaffen zu fragen. So verließen zwischen 1850 und 1873 insgesamt 257.348 Stück des "Navy" die Colt Werke in Hartford und London.

Einzigartig sind die Colt M1855 Modelle, die auf einem Patent von Sam Colts langjährigem Betriebsleiter Elisha King Root aufgebaut sind und sich von allen anderen Colt Modellen deutlich unterscheiden. Sie sind wenig bekannt, da sie nur in relativ geringen Stückzahlen produziert wurden. Immerhin ist vor einiger Zeit erstmals eine italienische Replik des Model 1855 erschienen. Ansonsten sieht man diesen Revolver nur in Büchern, oder in sehr vollständigen Sammlungen. Der "Root Colt", wie er manchmal auch genannt wurde, war ein sehr kleiner Revolver. Er wurde in den Kalibern .265" und .36" erzeugt, hatte einen geschlossenen Rahmen und ähnlich den frühen Remington Modellen einen rahmenlosen Spornabzug. Hervorstechendstes Merkmal ist aber der an der rechten Seite des Rahmen angebrachte Hahn, der bei Waffen dieser Art äußerst selten vorgefunden wird.

Die Konstruktionen von E.K. Root wurden auch als Flinte und als Gewehr mit gezogenem Lauf im Kaliber .56" erzeugt. Als mehrschüssiges Gewehr erlangte diese erste Waffe von Hiram Berdan's Sharpsshooters einen gewissen Ruhm, obgleich bei der Truppe unbeliebt und bald durch Sharps Gewehre ersetzt.

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