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DIE GESCHICHTE DES FELLHANDELS UND DER TRADEGUNS
Teil 1: Beginn des Handels mit Indianern Nordamerikas

Wann genau der Handel mit nordamerikanischen Ureinwohnern begonnen hat, ist nicht bekannt. Der zivile Handel kam jedenfalls Anfangs des 17. Jahrhunderts ins Laufen, und wurde zunächst hauptsächlich von Holländern bestritten. Einer der ersten Handelsstützpunkte - Fort Nassau - wurde bereits 1617 wegen ständiger Überschwemmungen aufgegeben. Als neuer Stützpunkt entstand das 1624 fertiggestellte Fort Oranje bzw. Fort Orange, heute Albany. Die Namen beider Forts gehen auf das holländische Herrschaftshaus "Oranien-Nassau" zurück.

Fort Orange diente der niederländischen Westindien-Kompanie als Handelsstützpunkt im oberen Hudson-Tal, während an der Mündung des Hudson River Neu Amsterdam entstand, - das heutige New York. Schon im Jahr 1625 liefern die Irokesen als Handelspartner der Niederländer 5.295 Biberfelle sowie 493 Otterfelle in Fort Orange ab, ein Jahr später sind es 7250 Biber- und 800 Otterfelle. 1640 ist der Biber in den Jagdgründen der Irokesen praktisch ausgestorben. Sie verlangen Gewehre, - für die Jagd, aber auch um die Nachbarstämme zu vertreiben um in deren Territorien ihre Biberfallen aufzustellen. Auch die europäischen Einwanderer sind beunruhigt. Bereits 1643 beklagten sich holländische Siedler bei ihrer Regierung: "Die Eingeborenen sind ausgezeichnet versorgt mit Gewehren, Pulver und Blei!".

 

Parallel zu den Niederländern betrieben auch die Franzosen von Quebec und Montral aus einen äußerst ertragreichen Handel mit den Irokesen. Wobei auch hier Gewehre zum bedeutendsten Tauschartikel einer Geschäftsbeziehung wurden, welche die Irokesen zunehmend in die Abhängigkeit der Europäer trieb. Um zu überleben, mussten sie der bevorzugte Ansprechpartner der Europäer in Sachen Fellhandel bleiben. Weshalb sie 1649 das Volk der Huronen angriffen und weitgehend vernichteten. Es folgten Angriffe auf die Stämme der Petuns und Eries. Letztlich wurden sogar französische Fellhändler und Handelsstützpunkte Opfer ihrer Angriffe - die "Biberkriege" dauerten bis in das Jahr 1700, als die Irokesen den Franzosen unterlagen. 1701 unterzeichneten sie in Montreal einen Friedensvertrag.

In der Zwischenzeit verließ das Glück auch die Holländer. Fort Orange wurde von ständigen Überschwemmungen geplagt und mehrmals beinahe vollständig zerstört. Zudem kam es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit dem Esopus-Indianern. Nicht zuletzt hatten sich die Niederländer gegen die zunehmend am Fellhandel interessierten Engländer zu wehren. Ohne Erfolg. Am 27 August 1664 ergab sich Neu Amsterdam 4 britischen Schiffen. Fort Orange war zu diesem Zeitpunkt bereits aufgegeben. Die Niederländer verloren ihre Bedeutung als Kolonialmacht in der Neuen Welt vollständig.

Ausgerechnet zwei Franzosen sollten entscheidend dazu beitragen, dass die Briten zur wichtigsten europäischen Macht im nordamerikanischen Fellhandel werden konnten. Der 1618 geborene Médard Chouat, selbst nannte er sich nach der Farm seiner Eltern "Gutsherr von Groseilliers", reiste 1651 erstmals nach Kanada. Als Helfer in einer Jesuiten-Mission lernte er die indianische Kultur kennen. 1653 heiratete er seine zweite Frau, Stiefschwester des 1840 zur Welt gekommmenen Pierre Radisson. Radisson war als Kind von 11 Jahren vn den Irokesen gefangengenommen und gemäß des damaligen Brauches adoptiert worden. Nach mehreren Versuchen gelang ihm die Flucht. In den 1660er Jahren unternahmen Grosseilliers und Radisson gemeinsam Expeditionen im Bereich des Oberen Sees in Kanada, sie drangen so weit nach Westen vor, dass sie vermutlich als erste Weiße Kontakt mit Cree und Sioux Indianern hatten.

Die beiden französischen Pioniere kehrten mit tausenden Biberfellen nach Montral bzw. dem St. Lorenz-Strom zurück, einzige damals bekannte französische Handels-Stützpunkte nach Europa. Frankreich verlangte zu dieser Zeit eine 25%ige Abgabe für Biberfelle, 10% Steuer auf Felle von Elch und anderen Tieren. Die beiden Abenteurer wollten diese Steuern nicht bezahlen. Sie kontaktierten den Gouverneur, wurden aber wegen illegalen Fellhandels festgenommen und kamen erst frei, nachdem ihre Felle beschlagnahmt worden waren. Mehrere Interventionen in Neu Frankreich sowie in Frankreich selbst brachten Ihnen keinen Erfolg. In Folge reisten sie nach Neu-England, wo sie den an der Erobeung von New Amsterdam beteiligten George Cartwright kennenlernten. Cartwright erkannte den Wert der von den beiden Fellhändlern übermittelten Informationen. Er organisierte deren Reise nach England, wo ihnen über Vermittlung des Schatzmeister der Marine, Sir George Carteret, Audienz bei König Charles II gewährt wurde.

Auch der Monarch ließ sich von den Argumenten der beiden Abenteurer überzeugen. Er beauftragte seinen Cousin Prinz Rupert, mit einer kleinen Gruppe von Geschäftsleuten einem britischen Anspruch im Fellhandel auf dem Nordamerikanischen Kontinent Geltung zu verschaffen. Im Jahr 1668 verließen die Schiffe Eaglet und Nonsuch Großbritannien. Während die Eaglet nach Stürmen beschädigt umkehren musste, leiteten Radisson und Groseilliers die Nonsuch über die Hudson Bay - somit vorbei an französischen Handelslinien - in die nordamerikanischen Jagdgebiete. 1669 kehrte die Expedition mit einem beeindruckenden und wertvollen Ertrag an Fellen zurück nach England.

Als Konsequenz dieser Reise gewährte König Charles II am 2 Mai 1670 dem neuen Unternehmen The Governor and Company of Adventurers of England Trading into Hudson's Bay"mit einer königlichen Urkunde die exklusiven Handeslrechte für Unternehmungen, welche die Hudson's Bay als Seeweg zu Sützpunkten in Nordameria nutzten. Somit ist die als HUDSON'S BAY COMPANY bekannt gewordene und bis heute aktive Handelsfirma das älteste eingetrafene Unternehmen Kanadas. Das Einzugsgebiet wurde nach dem Beauftragten des Englischen Königs als "Rupertsland" bekannt.

DIE GESCHICHTE DES FELLHANDELS UND DER TRADEGUNS
Teil 1: Beginn des Handels mit Indianern Nordamerikas

Wann genau der Handel mit nordamerikanischen Ureinwohnern begonnen hat, ist nicht bekannt. Der zivile Handel kam jedenfalls Anfangs des 17. Jahrhunderts ins Laufen, und wurde zunächst hauptsächlich von Holländern bestritten. Einer der ersten Handelsstützpunkte - Fort Nassau - wurde bereits 1617 wegen ständiger Überschwemmungen aufgegeben. Als neuer Stützpunkt entstand das 1624 fertiggestellte Fort Oranje bzw. Fort Orange, heute Albany. Die Namen beider Forts gehen auf das holländische Herrschaftshaus "Oranien-Nassau" zurück.

Fort Orange diente der niederländischen Westindien-Kompanie als Handelsstützpunkt im oberen Hudson-Tal, während an der Mündung des Hudson River Neu Amsterdam entstand, - das heutige New York. Schon im Jahr 1625 liefern die Irokesen als Handelspartner der Niederländer 5.295 Biberfelle sowie 493 Otterfelle in Fort Orange ab, ein Jahr später sind es 7250 Biber- und 800 Otterfelle. 1640 ist der Biber in den Jagdgründen der Irokesen praktisch ausgestorben. Sie verlangen Gewehre, - für die Jagd, aber auch um die Nachbarstämme zu vertreiben um in deren Territorien ihre Biberfallen aufzustellen. Auch die europäischen Einwanderer sind beunruhigt. Bereits 1643 beklagten sich holländische Siedler bei ihrer Regierung: "Die Eingeborenen sind ausgezeichnet versorgt mit Gewehren, Pulver und Blei!".

 

Parallel zu den Niederländern betrieben auch die Franzosen von Quebec und Montral aus einen äußerst ertragreichen Handel mit den Irokesen. Wobei auch hier Gewehre zum bedeutendsten Tauschartikel einer Geschäftsbeziehung wurden, welche die Irokesen zunehmend in die Abhängigkeit der Europäer trieb. Um zu überleben, mussten sie der bevorzugte Ansprechpartner der Europäer in Sachen Fellhandel bleiben. Weshalb sie 1649 das Volk der Huronen angriffen und weitgehend vernichteten. Es folgten Angriffe auf die Stämme der Petuns und Eries. Letztlich wurden sogar französische Fellhändler und Handelsstützpunkte Opfer ihrer Angriffe - die "Biberkriege" dauerten bis in das Jahr 1700, als die Irokesen den Franzosen unterlagen. 1701 unterzeichneten sie in Montreal einen Friedensvertrag.

In der Zwischenzeit verließ das Glück auch die Holländer. Fort Orange wurde von ständigen Überschwemmungen geplagt und mehrmals beinahe vollständig zerstört. Zudem kam es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit dem Esopus-Indianern. Nicht zuletzt hatten sich die Niederländer gegen die zunehmend am Fellhandel interessierten Engländer zu wehren. Ohne Erfolg. Am 27 August 1664 ergab sich Neu Amsterdam 4 britischen Schiffen. Fort Orange war zu diesem Zeitpunkt bereits aufgegeben. Die Niederländer verloren ihre Bedeutung als Kolonialmacht in der Neuen Welt vollständig.

Ausgerechnet zwei Franzosen sollten entscheidend dazu beitragen, dass die Briten zur wichtigsten europäischen Macht im nordamerikanischen Fellhandel werden konnten. Der 1618 geborene Médard Chouat, selbst nannte er sich nach der Farm seiner Eltern "Gutsherr von Groseilliers", reiste 1651 erstmals nach Kanada. Als Helfer in einer Jesuiten-Mission lernte er die indianische Kultur kennen. 1653 heiratete er seine zweite Frau, Stiefschwester des 1840 zur Welt gekommmenen Pierre Radisson. Radisson war als Kind von 11 Jahren vn den Irokesen gefangengenommen und gemäß des damaligen Brauches adoptiert worden. Nach mehreren Versuchen gelang ihm die Flucht. In den 1660er Jahren unternahmen Grosseilliers und Radisson gemeinsam Expeditionen im Bereich des Oberen Sees in Kanada, sie drangen so weit nach Westen vor, dass sie vermutlich als erste Weiße Kontakt mit Cree und Sioux Indianern hatten.

Die beiden französischen Pioniere kehrten mit tausenden Biberfellen nach Montral bzw. dem St. Lorenz-Strom zurück, einzige damals bekannte französische Handels-Stützpunkte nach Europa. Frankreich verlangte zu dieser Zeit eine 25%ige Abgabe für Biberfelle, 10% Steuer auf Felle von Elch und anderen Tieren. Die beiden Abenteurer wollten diese Steuern nicht bezahlen. Sie kontaktierten den Gouverneur, wurden aber wegen illegalen Fellhandels festgenommen und kamen erst frei, nachdem ihre Felle beschlagnahmt worden waren. Mehrere Interventionen in Neu Frankreich sowie in Frankreich selbst brachten Ihnen keinen Erfolg. In Folge reisten sie nach Neu-England, wo sie den an der Erobeung von New Amsterdam beteiligten George Cartwright kennenlernten. Cartwright erkannte den Wert der von den beiden Fellhändlern übermittelten Informationen. Er organisierte deren Reise nach England, wo ihnen über Vermittlung des Schatzmeister der Marine, Sir George Carteret, Audienz bei König Charles II gewährt wurde.

Auch der Monarch ließ sich von den Argumenten der beiden Abenteurer überzeugen. Er beauftragte seinen Cousin Prinz Rupert, mit einer kleinen Gruppe von Geschäftsleuten einem britischen Anspruch im Fellhandel auf dem Nordamerikanischen Kontinent Geltung zu verschaffen. Im Jahr 1668 verließen die Schiffe Eaglet und Nonsuch Großbritannien. Während die Eaglet nach Stürmen beschädigt umkehren musste, leiteten Radisson und Groseilliers die Nonsuch über die Hudson Bay - somit vorbei an französischen Handelslinien - in die nordamerikanischen Jagdgebiete. 1669 kehrte die Expedition mit einem beeindruckenden und wertvollen Ertrag an Fellen zurück nach England.

Als Konsequenz dieser Reise gewährte König Charles II am 2 Mai 1670 dem neuen Unternehmen The Governor and Company of Adventurers of England Trading into Hudson's Bay"mit einer königlichen Urkunde die exklusiven Handeslrechte für Unternehmungen, welche die Hudson's Bay als Seeweg zu Sützpunkten in Nordameria nutzten. Somit ist die als HUDSON'S BAY COMPANY bekannt gewordene und bis heute aktive Handelsfirma das älteste eingetrafene Unternehmen Kanadas. Das Einzugsgebiet wurde nach dem Beauftragten des Englischen Königs als "Rupertsland" bekannt.

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