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DIE SPENCER RIFLE
Winchester's Konkurrent

Christopher Miner Spencer kam 1833 im Bundesstaat Conneticut zur Welt. Er genoss kaum formale Schulbildung, dennoch sollte er einer der genialsten Erfinder Amerikas werden, eine höchst bemerkenswerte Persönlichkeit, und schon in jungen Jahren der härteste Konkurrent von Oliver Winchester. Obwohl er 1869 die Waffenproduktion aufgab, blieb er sein Leben lang an Feuerwaffen interessiert. Der größte Teil der 42 Patente die er erwarb betreffen aber zivile Erfindungen wie die erste Maschine zur automatischen Produktion von Schrauben. Noch kurz vor seinem Tod 1922, im Alter von 89 Jahren erwarb er den Flugschein.

Im Alter von 12 nahm der junge Christopher Spencer einen ersten Job bei einem Büchsenmacher an. Bald wurde sein Fähigkeit, komplexe mechanische Funktionen zu durchschauen deutlich. Zwischen 1850 und 1854 wanderte er von Firma zu Firma, baute Werkzeuge in Rochester/New York, reparierte Lokomotiven bei New York Central, war Maschinenschlosser bei Acme Works in Chicopee, Massachusettes. Im Alter von 21 Jahren bekam er einen Posten bei Samuel Colt in Hartford. Er wollte einen neuen Revolver entwickeln, wurde aber für die Reparatur von Colts herangezogen. In dieser Zeit begann er an eigenen Ideen zu arbeiten. Er erkannte das Prinzip des Revolvers als hervorragend für Faustfeuerwaffen, aber wenig geeignet für Gewehre. Als nächstes arbeitete Spencer bei Robbins and Lawrence, einem Vertragspartner von Sharps. Am 6. März 1860, im Alter von 27 Jahren, erhielt er das Patent für sein Gewehr, einen mehrschüssigen Hinterlader der mit Metallpatronen geladen wurde.

Es ist kein Zufall, dass Spencer's Rifle und Karabiner stark an die entsprechenden Waffen von Sharps erinnern. Aufgrund seiner Erfahrungen war Christopher Spencer vertraut mit den Qualitätsproblemen von seriengefertigten Waffen. Für die erste Serie seiner Waffen kaufte er komplette Läufe bei Sharps ein, und das Schloß, der anfälligste Teil einer Handfeuerwaffe, bestand zum größten Teil aus Komponenten die baugleich mit jenen der Sharps Gewehre wahren. Somit konnten viele Teile von Spencer's Waffen ohne Probleme mit Ersatzteilen von Sharps repariert werden, eine Eigenschaft die sich als zündendes Verkaufsargument erweisen sollte.

Spencer's Gewehre verschossen Randfeuerpatronen von Kaliber .52". Diese wurden entweder durch ein Röhrenmagazin im Schaft, oder aber direkt von hinten in den Lauf geladen. Wurde der wie bei der Sharps als Unterhebel ausgeführte Abzugsrahmen etwa 45° nach unten gedrückt, lag die Lauföffung frei und eine Patrone konnte eingesetzt werden. Vom Magazin wurde keine Patrone zugeführt. So konnten Soldaten die sieben Schuß des Magazins für Notfälle aufsparen. Wurde der Abzugsrahmen ganz nach unten gedrückt, wurde eine Patrone aus dem Magazin geladen.

Der entscheidende militärische Vorteil dieser Waffe lag weniger in ihrer hohen Feuergeschwindigkeit als darin, daß der Soldat jeden Schuß gezielt abgeben konnte. Kam es darauf an, konnte er das Gewehr über mehrere Schüsse im Anschlag behalten, ohne zum Laden aufstehen zu müssen. Beim Vorderlader wurde nur die erste Salve gezielt abgegeben, danach gab es nur panisches Laden und Abfeuern in einem rauschähnlichen Zustand. Mit einer Muskete wurden etwa 2 Schuss pro Minute abgefeuert, das Spencer System erlaubte 20 bis 30 Schüsse in der Minute. Das war nicht so gut wie die Henry Rifle, mit der etwa 40 Schuss in der Minute möglich waren. Aber der Aufbau der Spencer war robuster und damit unter Feldbedingungen zuverlässiger.

Viel ist über die Reichweite der Spencer und auch der Henry Rifle diskutiert worden. Im Vergleich zu Musketen oder einschüssigen Hinterladern war diese mit ca. 450 Metern (Spencer) bzw. 350 Metern (Henry) gering. Da wirkungsvolles Gewehrfeuer in dieser Zeit aber ohnehin nur über etwa 170 Meter möglich war, hat diese Frage kaum praktische Bedeutung.

So waren es nicht nur Christopher Spencer's Beziehungen, die bis ins weiße Haus und in die Armeeführung reichten, es waren vor Allem handfeste praktische Gründe, aus denen der Spencer-Rifle bei der Unions-Armee im Vergleich zur Henry Rifle der Vorzug gegeben wurde. Etwa 92.000 Einheiten wurden von der Army gekauft. Nach dem Bürgerkrieg eroberte der Henry- bzw. zu diesem Zeitpunkt bereits Winchester Unterhebel-Repetierer aufgrund seiner nun gegebenen technischen Vorteile den zivilen Markt. Die Armee blieb konservativ und setzte mit der Springfield Trapdoor für weitere 30 Jahre weitgehend auf einschüssige Gewehre.
 

 

 

 

 

 

 

DIE SPENCER RIFLE
Winchester's Konkurrent

Christopher Miner Spencer kam 1833 im Bundesstaat Conneticut zur Welt. Er genoss kaum formale Schulbildung, dennoch sollte er einer der genialsten Erfinder Amerikas werden, eine höchst bemerkenswerte Persönlichkeit, und schon in jungen Jahren der härteste Konkurrent von Oliver Winchester. Obwohl er 1869 die Waffenproduktion aufgab, blieb er sein Leben lang an Feuerwaffen interessiert. Der größte Teil der 42 Patente die er erwarb betreffen aber zivile Erfindungen wie die erste Maschine zur automatischen Produktion von Schrauben. Noch kurz vor seinem Tod 1922, im Alter von 89 Jahren erwarb er den Flugschein.

Im Alter von 12 nahm der junge Christopher Spencer einen ersten Job bei einem Büchsenmacher an. Bald wurde sein Fähigkeit, komplexe mechanische Funktionen zu durchschauen deutlich. Zwischen 1850 und 1854 wanderte er von Firma zu Firma, baute Werkzeuge in Rochester/New York, reparierte Lokomotiven bei New York Central, war Maschinenschlosser bei Acme Works in Chicopee, Massachusettes. Im Alter von 21 Jahren bekam er einen Posten bei Samuel Colt in Hartford. Er wollte einen neuen Revolver entwickeln, wurde aber für die Reparatur von Colts herangezogen. In dieser Zeit begann er an eigenen Ideen zu arbeiten. Er erkannte das Prinzip des Revolvers als hervorragend für Faustfeuerwaffen, aber wenig geeignet für Gewehre. Als nächstes arbeitete Spencer bei Robbins and Lawrence, einem Vertragspartner von Sharps. Am 6. März 1860, im Alter von 27 Jahren, erhielt er das Patent für sein Gewehr, einen mehrschüssigen Hinterlader der mit Metallpatronen geladen wurde.

Es ist kein Zufall, dass Spencer's Rifle und Karabiner stark an die entsprechenden Waffen von Sharps erinnern. Aufgrund seiner Erfahrungen war Christopher Spencer vertraut mit den Qualitätsproblemen von seriengefertigten Waffen. Für die erste Serie seiner Waffen kaufte er komplette Läufe bei Sharps ein, und das Schloß, der anfälligste Teil einer Handfeuerwaffe, bestand zum größten Teil aus Komponenten die baugleich mit jenen der Sharps Gewehre wahren. Somit konnten viele Teile von Spencer's Waffen ohne Probleme mit Ersatzteilen von Sharps repariert werden, eine Eigenschaft die sich als zündendes Verkaufsargument erweisen sollte.

Spencer's Gewehre verschossen Randfeuerpatronen von Kaliber .52". Diese wurden entweder durch ein Röhrenmagazin im Schaft, oder aber direkt von hinten in den Lauf geladen. Wurde der wie bei der Sharps als Unterhebel ausgeführte Abzugsrahmen etwa 45° nach unten gedrückt, lag die Lauföffung frei und eine Patrone konnte eingesetzt werden. Vom Magazin wurde keine Patrone zugeführt. So konnten Soldaten die sieben Schuß des Magazins für Notfälle aufsparen. Wurde der Abzugsrahmen ganz nach unten gedrückt, wurde eine Patrone aus dem Magazin geladen.

Der entscheidende militärische Vorteil dieser Waffe lag weniger in ihrer hohen Feuergeschwindigkeit als darin, daß der Soldat jeden Schuß gezielt abgeben konnte. Kam es darauf an, konnte er das Gewehr über mehrere Schüsse im Anschlag behalten, ohne zum Laden aufstehen zu müssen. Beim Vorderlader wurde nur die erste Salve gezielt abgegeben, danach gab es nur panisches Laden und Abfeuern in einem rauschähnlichen Zustand. Mit einer Muskete wurden etwa 2 Schuss pro Minute abgefeuert, das Spencer System erlaubte 20 bis 30 Schüsse in der Minute. Das war nicht so gut wie die Henry Rifle, mit der etwa 40 Schuss in der Minute möglich waren. Aber der Aufbau der Spencer war robuster und damit unter Feldbedingungen zuverlässiger.

Viel ist über die Reichweite der Spencer und auch der Henry Rifle diskutiert worden. Im Vergleich zu Musketen oder einschüssigen Hinterladern war diese mit ca. 450 Metern (Spencer) bzw. 350 Metern (Henry) gering. Da wirkungsvolles Gewehrfeuer in dieser Zeit aber ohnehin nur über etwa 170 Meter möglich war, hat diese Frage kaum praktische Bedeutung.

So waren es nicht nur Christopher Spencer's Beziehungen, die bis ins weiße Haus und in die Armeeführung reichten, es waren vor Allem handfeste praktische Gründe, aus denen der Spencer-Rifle bei der Unions-Armee im Vergleich zur Henry Rifle der Vorzug gegeben wurde. Etwa 92.000 Einheiten wurden von der Army gekauft. Nach dem Bürgerkrieg eroberte der Henry- bzw. zu diesem Zeitpunkt bereits Winchester Unterhebel-Repetierer aufgrund seiner nun gegebenen technischen Vorteile den zivilen Markt. Die Armee blieb konservativ und setzte mit der Springfield Trapdoor für weitere 30 Jahre weitgehend auf einschüssige Gewehre.
 

 

 

 

 

 

 

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