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Montag, 14. Oktober 2019 ..:: Faustfeuerwaffen » Hinterlader » Hinterlader Revolver » Smith & Wesson Story Teil 2 ::..   anmelden

SMITH & WESSON STORY
TEIL 2: TIP UP REVOLVER

Das Jahr 1856. Während die Volcanic Repeating Arms Co. trotz finanzieller Hilfe durch Oliver Winchester zunächst immer mehr ins Taumeln geriet, formten Daniel Baird Wesson und Horace Smith ihre zweite Partnerschaft. Grundlage des nun geplanten geschäftlichen Erfolgs sollten zwei Patente werden.

 

Eines dieser Patente hatte Rollin White 1855 erworben. White war ein führender Mitarbeiter in Colt’s Fabrik in Hartford gewesen. Allerdings konnte Rollin White seinen Arbeitgeber nicht von seinen Ideen überzeugen. Heute wird Colt oft vorgeworfen, die Zeichen der Zeit nicht erkannt zu haben. Wahrscheinlich tut man Colt damit unrecht.

Samuel Colt hatte etwa 13 Jahre zuvor am eigenen Leib erfahren, wie schwierig es ist, eine neue, unausgereifte Erfindung auf dem Markt zu plazieren. Damals hatte er mit seiner ersten Waffenfabrik in Paterson bankrott gemacht. Colt kannte die Zeichen der Zeit sehr genau. Schon 1850 waren die USA nur knapp an einem Bürgerkrieg vorbeigeschrammt. Sollte es soweit kommen, würde die Armee hunderttausende zuverlässige, preisgünstige Faustfeuerwaffen benötigen. Geschützt durch seine Patentrechte war Colt noch bis 1857 der einzige Lieferant mehrschüssiger Perkussionsrevolver. Und selbst danach sollte er basierend auf seiner Erfahrung und seinem Ruf die besten Marktchancen haben.

 

Colt’s Perkussionsrevolver waren 1855 der technische Stand der Dinge. In die Kammern des Revolvers wurde Pulver gefüllt, darauf setzte man gefettete Dämmpfropfen, anschließend wurde die Kugel eingepresst und zum Schutz vor Feuchtigkeit noch einmal mit Fett abgedichtet. Zuletzt musste pro Kammer ein Zündhütchen gesetzt werden, um die Waffe schussbereit zu machen. Das System mochte umständlich sein, die Mechanik der Revolver war aber einfach, bewährt, robust und preisgünstig herzustellen. So genial Rollin White’s Innovation auch war, für seine Revolvertrommel hatte noch niemand eine Patrone entwickelt. Unzählige Büchsenmacher suchten nach dem richtigen Weg, Pulver Geschoss und Zündhütchen in einem Objekt unterzubringen. Eine praktikable, für die Massenproduktion taugliche Methode war aber noch nicht bekannt geworden. Für Colt war es also eine klare Entscheidung, sich nicht auf Experimente einzulassen sondern den ohnehin als konservativ bekannten Beamten in den Beschaffungsstellen der Armee Stabilität und Zuverlässigkeit zu demonstrieren.

 

Aus dem Blickwinkel von Horace Smith und Daniel Wesson hatte die Welt ein anderes Gesicht. Sie standen am Anfang. Im August 1854 hatten die beiden ein Patent für eine Randfeuerpatrone erworben. Genaugenommen handelte es sich um ein verlängertes, mit Pulver gefülltes Zündhütchen, auf das ein Geschoss gesetzt wurde. Hülse, Treibmittel, Zündhütchen und Geschoss waren somit eine kompakte Einheit. Eine Schicht Schmiermittel trennte das Pulver vom Geschoss, eine zusätzliche Innovation der Geschäftspartner.

 

Ihr Patent und Rollin White’s Revolvertrommel die Basis für eine eigene Revolverproduktion von Smith & Wesson werden. Deshalb erwarben sie von Rollin White das alleinige Lizenzrecht auf sein Patent. Im Jahr 1857 stellten Smith & Wesson ihre „Model 1" vor, ein Revolver mit siebenschüssiger Trommel im Kaliber .22" und Spornabzug und nach oben klappendem Lauf. Trotz Kinderkrankheiten war die Waffe sofort äußerst erfolgreich, und schon bald sprengten die Bestellungen die Kapazität der kleinen Werkstatt mit ihren 25 Mitarbeitern. 1860 übersiedelte die Partner in eine neue Fabrik in Springfield/Massachusettes, in der Stockbridge Street, nahe der staatlichen Waffenschmiede.

 

Im neuen Werk stellten rund 600 Mitarbeitern zunächst eine zweite, verbesserte Ausführung des Model 1 her. Diese wurde bis 1868 produziert. Außerdem erlaubten die zunehmende Erfahrung und der technische Fortschritt, dem Kundenwunsch nach einer schwereren Waffe nachzukommen. Ab 1861 lieferten Smith & Wesson das „Model 2" aus, einen großen sechsschüssigen Revolver für Randfeuerpatronen im Kaliber .32", ebenfalls mit Spornabzug und nach oben wegzuklappendem Lauf. Dieser später als „Old Army" bekannt gewordene Revolver wurde zwar nie von der Armee beschafft, wie andere innovative Waffen der Bürgerkriegszeit aber von vielen Soldaten privat gekauft und als Reservewaffe getragen. Die Produktion dieses Revolvers lief 1964 aus, Smith & Wesson hatten eine neuere, stärkere Randfeuerpatrone im Kaliber .32 entwickelt, dazu sollte eine kompaktere fünfschüssige Faustfeuerwaffe erscheinen. Größer als das Model 1, aber kleiner als das Model zwei, erhielt dieser neue Revolver die etwas holprige Bezeichnung „Model 1 ½". Hergestellt wurde er zunächst zwischen 1865 und 1868.

 

Binnen weniger Jahre hatten sich Smith & Wesson am amerikanischen Waffenmarkt etabliert und einen guten Ruf erworben. Obwohl ihr System durch Patente geschützt war, wurde es von zahlreichen Produzenten hemmungslos kopiert. Zwar wurden die meisten verurteilt, letztendlich trugen sie aber mehr zur Verbreitung der S&W Revolver bei als der Firma zu schaden. Ab 1868 sollte Smith & Wesson neue Ausführungen der Modelle 1 und 1 ½ vorstellen. Der wirklich große Durchbruch stand aber noch bevor.

SMITH & WESSON STORY
TEIL 2: TIP UP REVOLVER

Das Jahr 1856. Während die Volcanic Repeating Arms Co. trotz finanzieller Hilfe durch Oliver Winchester zunächst immer mehr ins Taumeln geriet, formten Daniel Baird Wesson und Horace Smith ihre zweite Partnerschaft. Grundlage des nun geplanten geschäftlichen Erfolgs sollten zwei Patente werden.

 

Eines dieser Patente hatte Rollin White 1855 erworben. White war ein führender Mitarbeiter in Colt’s Fabrik in Hartford gewesen. Allerdings konnte Rollin White seinen Arbeitgeber nicht von seinen Ideen überzeugen. Heute wird Colt oft vorgeworfen, die Zeichen der Zeit nicht erkannt zu haben. Wahrscheinlich tut man Colt damit unrecht.

Samuel Colt hatte etwa 13 Jahre zuvor am eigenen Leib erfahren, wie schwierig es ist, eine neue, unausgereifte Erfindung auf dem Markt zu plazieren. Damals hatte er mit seiner ersten Waffenfabrik in Paterson bankrott gemacht. Colt kannte die Zeichen der Zeit sehr genau. Schon 1850 waren die USA nur knapp an einem Bürgerkrieg vorbeigeschrammt. Sollte es soweit kommen, würde die Armee hunderttausende zuverlässige, preisgünstige Faustfeuerwaffen benötigen. Geschützt durch seine Patentrechte war Colt noch bis 1857 der einzige Lieferant mehrschüssiger Perkussionsrevolver. Und selbst danach sollte er basierend auf seiner Erfahrung und seinem Ruf die besten Marktchancen haben.

 

Colt’s Perkussionsrevolver waren 1855 der technische Stand der Dinge. In die Kammern des Revolvers wurde Pulver gefüllt, darauf setzte man gefettete Dämmpfropfen, anschließend wurde die Kugel eingepresst und zum Schutz vor Feuchtigkeit noch einmal mit Fett abgedichtet. Zuletzt musste pro Kammer ein Zündhütchen gesetzt werden, um die Waffe schussbereit zu machen. Das System mochte umständlich sein, die Mechanik der Revolver war aber einfach, bewährt, robust und preisgünstig herzustellen. So genial Rollin White’s Innovation auch war, für seine Revolvertrommel hatte noch niemand eine Patrone entwickelt. Unzählige Büchsenmacher suchten nach dem richtigen Weg, Pulver Geschoss und Zündhütchen in einem Objekt unterzubringen. Eine praktikable, für die Massenproduktion taugliche Methode war aber noch nicht bekannt geworden. Für Colt war es also eine klare Entscheidung, sich nicht auf Experimente einzulassen sondern den ohnehin als konservativ bekannten Beamten in den Beschaffungsstellen der Armee Stabilität und Zuverlässigkeit zu demonstrieren.

 

Aus dem Blickwinkel von Horace Smith und Daniel Wesson hatte die Welt ein anderes Gesicht. Sie standen am Anfang. Im August 1854 hatten die beiden ein Patent für eine Randfeuerpatrone erworben. Genaugenommen handelte es sich um ein verlängertes, mit Pulver gefülltes Zündhütchen, auf das ein Geschoss gesetzt wurde. Hülse, Treibmittel, Zündhütchen und Geschoss waren somit eine kompakte Einheit. Eine Schicht Schmiermittel trennte das Pulver vom Geschoss, eine zusätzliche Innovation der Geschäftspartner.

 

Ihr Patent und Rollin White’s Revolvertrommel die Basis für eine eigene Revolverproduktion von Smith & Wesson werden. Deshalb erwarben sie von Rollin White das alleinige Lizenzrecht auf sein Patent. Im Jahr 1857 stellten Smith & Wesson ihre „Model 1" vor, ein Revolver mit siebenschüssiger Trommel im Kaliber .22" und Spornabzug und nach oben klappendem Lauf. Trotz Kinderkrankheiten war die Waffe sofort äußerst erfolgreich, und schon bald sprengten die Bestellungen die Kapazität der kleinen Werkstatt mit ihren 25 Mitarbeitern. 1860 übersiedelte die Partner in eine neue Fabrik in Springfield/Massachusettes, in der Stockbridge Street, nahe der staatlichen Waffenschmiede.

 

Im neuen Werk stellten rund 600 Mitarbeitern zunächst eine zweite, verbesserte Ausführung des Model 1 her. Diese wurde bis 1868 produziert. Außerdem erlaubten die zunehmende Erfahrung und der technische Fortschritt, dem Kundenwunsch nach einer schwereren Waffe nachzukommen. Ab 1861 lieferten Smith & Wesson das „Model 2" aus, einen großen sechsschüssigen Revolver für Randfeuerpatronen im Kaliber .32", ebenfalls mit Spornabzug und nach oben wegzuklappendem Lauf. Dieser später als „Old Army" bekannt gewordene Revolver wurde zwar nie von der Armee beschafft, wie andere innovative Waffen der Bürgerkriegszeit aber von vielen Soldaten privat gekauft und als Reservewaffe getragen. Die Produktion dieses Revolvers lief 1964 aus, Smith & Wesson hatten eine neuere, stärkere Randfeuerpatrone im Kaliber .32 entwickelt, dazu sollte eine kompaktere fünfschüssige Faustfeuerwaffe erscheinen. Größer als das Model 1, aber kleiner als das Model zwei, erhielt dieser neue Revolver die etwas holprige Bezeichnung „Model 1 ½". Hergestellt wurde er zunächst zwischen 1865 und 1868.

 

Binnen weniger Jahre hatten sich Smith & Wesson am amerikanischen Waffenmarkt etabliert und einen guten Ruf erworben. Obwohl ihr System durch Patente geschützt war, wurde es von zahlreichen Produzenten hemmungslos kopiert. Zwar wurden die meisten verurteilt, letztendlich trugen sie aber mehr zur Verbreitung der S&W Revolver bei als der Firma zu schaden. Ab 1868 sollte Smith & Wesson neue Ausführungen der Modelle 1 und 1 ½ vorstellen. Der wirklich große Durchbruch stand aber noch bevor.

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